Bereits vor einigen Monaten habe ich den Release Candidate von Windows 7 auf meinem PC installiert. Als nun vor zwei Wochen der RTM veröffentlicht wurde habe ich zunächst noch gezögert, aber mich vorgestern dann doch dazu entschieden, auf die finale Version zu updaten. Meine bescheidene Meinung zum neusten Produkt aus Redmond und meine Erfahrungen mit diesem brandneuen System will ich im Folgenden mit Ihnen teilen.
Windows 7 = Spaß ohne Spielereien
Ich bin mit dem neuen Betriebssystem voll zufrieden. Freilich lässt sich diese Aussage nicht widerlegen, da es eine persönliche ist und jeder für sich entscheiden muss, ob er mit Linux, Max OSX oder Windows XP zufrieden ist, aber es gibt doch einige Argumente dafür, dass Windows 7 momentan ziemlich weit vorne ist, was den Betriebssysteme-Markt angeht. Es lässt sich in zwei Grundeigenschaften trennen, die zumindest mich gerne mit Windows 7 arbeiten lassen (sofern Sie etwas zu ergänzen haben, was ich beim Schreiben dieses Aritkels vielleicht völlig vergaß, seien Sie herzlich dazu eingeladen).
Punkt 1. Schnelligkeit
Selten hat es mich gefreut wie schnell Windows runterfährt (und das zu Zeitpunkten wo ich es will und sonst nicht). Ebenso angenehm sind die kurzen Startzeiten, denn kaum eine Minute nach dem Betätigen des Start-Knopfen steht mir ein voll funktionsfähiges Betriebssystem zur Verfügung. Bei Vista dauerte (zumindest für mein Empfinden) der Startvorgang länger und mit dem Auftauchen des Bildschirmhintergrundes, was bei Windows 7 die Anwesenheit des kompletten System bedeutete, war Vista noch lange nicht gewillt das zu tun was ich wollte. Ganz im Gegenteil schien es scheinbar mit Dingen beschäfitgt, die wichtiger waren (Solitaire-Karten mischen, Minen verstecken oder Flipper-Klinken polieren). Sogar mein iPhone benötigt länger zum Starten als das neue Windows. Aber nicht nur bei Start und Stop lässt sich erkennen, das Windows 7 um einiges schneller als sein Vorgänger ist. Auch bei Netzwerk-Zugriffen werden andere Rechner spontaner gefunden, Dateien scheinbar schneller verschoben und E-Mail-Konten umgehender synchonisiert.
Die neuen Bedienkonzepte, die zwar ungewohnt sind und dem erfahrenen Nutzer nicht direkt ins Auge springen, da man schon seit Jahren neue Ordner über Rechtsklick-Neu-Ordner erstellt und nicht den im Explorer vorhandenen Button "Neuer Ordner" benutzt, fügen sich gut ins neue Bild. Die von Microsoft angepriesene neue Taskleiste, mit ihren Jump-Lists (dem Kontextmenü von Programmen, welches direkten Zugriff auf gewisse Funktionen und zuletzt geöffnete Dateien liefert) und Fenster-Stapel erleichtert den Alltag ungemein. So sind meine am häufigsten benutzen Programme immer in der Taskleiste vorhanden und im geöffneten Zustand mit einem Rahmen markiert. Erstmals lassen sich die Tabs auch verschieben, womit man die Reihenfolge an die persönlichen Bedürfnisse anpassen kann und so wichtige Programme schneller findet, da man immer weiß, wo sie sind.
Auch im Startmenü lassen sich nun einzelne Einträge anheften, die fortan ganz oben erscheinen. Das Suchfeld stellt eine ernst zunehmende Alternative zum Klick auf Alle Programme dem Durchhangeln den Programm-Baum dar. Man tippt die ersten paar Buchstaben des Programms ein und schon findet Windows die Anwendung. Das gleiche gilt für zuletzt geöffnete Dokumente, die ebenfalls in dieser Suchergebnis-Liste angezeigt werden.
Den Mac- oder Gnome-User wird es freuen, dass man nun auch die Taskleiste, die ja nun etwas höher als die alte ist (was sich übrigens in den Einstellungen unter "Kleine Symbole" nahezu revidieren lässt) an den oberen Rand versetzen, womit man diese nun an einem gewohnten Ort sitzen hat. Auch die beiden Ränder links und rechts sind mögliche Platzierungen für die Taskleiste.
Punkt 2. Stabilität
Wie ich oben bereits im Spaß erwähnt habe fährt Windows 7 nur runter wenn ich es auch will. Das hat trotzdem einen wahren Hintergrund denn im Laufe der letzten zwei Monate ist mir Windows nicht einmal abgeschmiert. Auch der in XP so nervigen Dialog zum Senden des Crash-Protokolls an Microsoft, wenn mal wieder ein Programm nicht mehr weiterlief, habe ich kein einziges mal zu Gesicht bekomme (existiert er überhaupt noch???). Einzig Photoshop hat mir in dieser Zeit einmal den Dienst verweigert, was weniger auf Windows 7 zurückführen ist, sondern auf die Tatsache, dass ich eine 120MB-PSD als TIF speichern wollte, womit Photoshop leichte Probleme hatte.
Fazit
Microsoft hat erkannt, warum Fans anderer Firmen (Äpfel, etc.) so zufrieden mit ihren Betriebssystemen sind. Es sind nicht Spielereien, wie DreamScene, welches unter Vista erlaubte den Bildschirm-Hintergrund zu animieren, sondern die alltäglichen Dinge, die einem Freude bei der Arbeit mit einem Betriebssystem machen. Anders als früher scheint Microsoft nun nach diesem Grundsatz zu handeln und im Design ihrer Produkte mehr Augenmerk darauf zu legen, dem Benutzer eine flüssige, logische und benutzerfreundliche Arbeitweise zu erlauben. Meiner Ansicht nach konnte es nur diese Erkenntnis möglich machen, dass aus einem gut gemeinten, aber an der Realität gescheiterten Vista, ein exzellentes Betriebssystem wurde, über das man gerne spricht und es lobt und nicht über die neusten Eigenheiten und Probleme schimpft.

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